„Und alles was wir hassen, seit dem ersten Tag, wird uns niemals verlassen, weil man es eigentlich ja mag“ (Tocotronic, Let There Be Rock)
Die eigenen vier Wände sind ein Ort des Rückzugs. Sie sind aber auch der Ort, von dem aus die Welt betrachtet, eingeordnet und beurteilt wird. In ihnen bilden sich Weltbilder, Gewohnheiten und Vorstellungen, die über Generationen weitergetragen werden. Die Skulptur verbindet die vertraute Form einer Bauernstube mit der Idee eines Wachturms.
Jeremy Bentham entwarf einst die perfekte Überwachungsarchitektur: das Panopticon – ein Gefängnis, dessen Zentrum ein Wachturm bildet, von dem aus jederzeit alles sichtbar ist. In der Beobachtungsstube entsteht ein Raum zwischen Rückzugsort und Wachzimmer, in dem die Grenzen zwischen Schutz und Abschottung sowie zwischen Zugehörigkeit und Misstrauen verschwimmen.
Foto: Linus Riepler
